Climbio

by Fiona & Claudio

Autor: Fiona Könz

  • Niedermann-Anderrüthi – Nolens Volens

    Niedermann-Anderrüthi – Nolens Volens

    6a+ (6a)
    ★★★★★
    Wunderschöner Klassiker in bestem Furka-Granit. Eines der Highlights ist sicher die dritte Seillänge.
    Die Schwierigkeit ist nicht zu unterschätzen – wie so oft bei älteren Routen.
    SL 1-6 von Niedermann-Anderrüthi
    SL 7-10 von Nolen Volens
    Länge
    350m
    Seilanlängen
    10
    Absicherung
    3/5
    Absicherbarkeit
    5/5
    Friends von 0.5-2

    Unsere Erfahrung

    Da wir bei nicht ganz sicheren Wetterbedingungen eingestiegen waren, haben wir uns entschieden, die Routen Niedermann-Anderrüthi und Nolens Volens so zu kombinieren, dass wir jederzeit über die Route abseilen können.
    Die Combo andersrum wartet an einem Schönwettertag auf uns.

    L0

    Vom Furkapss zur Siedelenhütte. Der Weg zum Einstieg ist gut mit Steinmenschen markiert. Es lohnt sich diesen zu folgen, da der Weg sonst mit Platten, die plötzlich unangenehm steil werden, durchsetzt ist.
    Der Gletscherrückgang ist bemerkenswert. Achtung vor grossen Steinen auf Eisbrücken. Der Weg geht leicht nördlicher als der eigentliche Einstieg der Route, von dort aus sieht man die blauen Pfeile, die zur Route gehören. Die markante Felsnase ist von weitem sichtbar. 
    L1 30m, 5b+
    Kurze anspruchsvolle Stelle etwa in der Hälfte der Länge, da ein unangenehmer Sturz auf ein Bödeli möglich wäre. Sonst einfach. Am ersten Stand befindet sich der Uristier.
    L2 30m, 5c
    Nach rechts weiter, dann zweigt die Route Nolens Volens nach links über die Platte ab. Niederman geht weiter rechts und leicht hoch.
    L3 45m, 6a+
    Nach links in die Verschneidung. Wunderschöne Verschneidung, die etwas Ausdauer und Kraft erfordert. Wer mehr Friends setzt, ist sicherer, dafür braucht es mehr Kraft. Einige BHs geben Sicherheit.
    L4 40m, 6a
    Etwas anspruchsvolle, plattige Stelle, dann in die Verschneidung rechts und hoch zum Stand. 
    L5 45m, 5c+
    Grasige Länge zu einem Stand, wo oben die Bh links bereits sichtbar sind. Nicht zu stark rechts, dort befindet sich der Stand von Fliegender Akku.
    L6 40m, 5c+
    Die Traverse zurück auf den Rücken ist nicht ganz intuitiv. Es befindet sich versteckt ein Schlaghaken, der einem den besten Weg zeigt. Danach schön.
    L7 30m, 6a+
    Hier sind wir in die Route Nolens Volens gewechselt.
    Die Route führt weiter nach rechts. Die Querung nach rechts aussen ist kurz etwas anspruchsvoll. 
    L8 40m, 6a+
    Anhaltende, schöne, aber nicht immer intuitive SL. Es gibt viele Strukturen und die einfachste Variante zu finden erfordert einen guten Spürsinn oder Geduld.
    L9 25m, 5c+
    Wunderschöne, etwas leichtere SL an Verschneidung. 
    L10 30m, 6a+
    Verschneidung mit vielen Strukturen. Auch hier nicht immer einfach die beste bzw. einfachste Lösung zu finden. Aber sehr schön!

    Abseilen:
    Seilfresser Spalten… Keine Stände überspringen! 

    Beim 4. Abseiler sollte die zweite Person nach links eher hoch queren, damit das Seil nicht unten an den Zacken durchgeht und verhängt. Mit 60m Seilen kann auch in Fallinie auf das bödeli abgeseilt werden und ein Stand übersprungen werden. 

    Nach der Hälfte ist das Abseilen weniger kritisch.

  • Ibex – Klein Bielehorn

    Ibex – Klein Bielehorn

    6c+ (6c)
    ★★★★★
    Abwechslungsreiche, wunderschöne Route in homogener Schwierigkeit.
    Einige hohe Füsse und Ausdauer sind gefragt. Einzig ein paar hohle Schuppen und der Runt-out-Teil am Ende sind leichte Minuspunkte. 
    Länge
    150m
    Seilanlängen
    6
    Absicherung
    3/5
    Absicherbarkeit
    3/5
    1 Rack von 0.5-3, Keile

    Unsere Erfahrung

    Das Topo vom Extrem-West gibt kaum Auskunft über Strukturen, weshalb wir ohne grosse Vorahnung in die Route eingestiegen sind. Die Route hat sich als sehr abwechslungsreich herausgestellt. Von feiner Plattenkletterei über Jam-Passagen bis zu kräftigen Piazstellen.
    Die Bolts sind fair platziert, das Legen von Friends ist nicht überall gleich einfach, da der Fels stellenweise etwas sandig ist. In der letzten Seillänge braucht es etwas Überwindung, da an einer Stelle über mehrere Meter nur ein mittelmässig guter Keil platziert werden kann.

    L0 zustieg
    Vom Siedelbach zur Siedelenhütte und den blau-weiss markierten Weg zum Sektor Red Rocks.
    Es ist die Route ganz rechts mit einem Prusik-Schlingli. Die Route ist nicht angeschrieben. links davon gibt es etwas höher noch eine Route mit einem Prusik, welche es nicht ist. Noch weiter Links ist die Route Rumax angeschrieben.
    L1 25m, 6b+
    Der zweite Bohrhaken ist etwas weit. Wenn man gross ist, kommt man direkt zu einer Kante, dann ist der Zug ok, sonst erfordert der Zug etwas Mut, da ein Bodensturz möglich ist. Danach in moderater Schwierigkeit weiter. 
    L2 25m, 6b
    Schöne SL, die auf einem Bödeli endet.
    L3 35m, 6b+
    Kurze flache Felspassage, dann etwas Gras. Danach folgt die Schlüsselstelle an einer Schuppe, trotz der Stufe relativ sicher (Bh). An einem wunderschönen breiten Riss schräg hoch und nach einer kurzen Traverse zum Stand. 
    L4 25m, 6c+
    Leicht nach rechts zu einer Rissverschneidung. Hier befindet sich die Schlüsselstelle: Piazzen und einen hohen Tritt mit dem linken Fuss. Danach folgt eine Schuppe, die hohl klingt. Mit Friend besteht die vielleicht Gefahr, dass die Schuppe bei einem Sturz ausbricht, ohne Friend ist es etwas weit zum nächsten Haken.
    Dann folgt eine wunderschöne Stelle: zweimal vertikal unter eine Schuppe jamen, dann hat es einen verklemmten Stein, an dem man sich hochziehen kann, um dann horizontal an Untergriffen mit hohen Füssen nach links traversieren zu können. Der Aufschwung auf die Schuppe ist nochmals streng bevor es in einer leichteren Traverse zum Stand geht. 
    Es gibt einen Bh, der höher als der Stand ist, um einen Pendelsturz zu verhindern; dieser kann entweder gut verlängert werden oder vom Stand aus wieder ausgeklippt werden.
    L6 25m, 6c
    Die schwierige Stelle befindet sich im ersten Drittel der Länge. man klettert hoch, dann etwas rechts und auf den Rücken. Ein etwa 8-10 m langer offener Spalt, der nicht sehr schwierig ist, aber kaum absicherbar ist (kleiner Keil), erfordert nochmals vollen Fokus.

    Beim Abseilen kann mit 50m Seilen der Stand der ersten Seillänge übersprungen werden. Es ist aber knapp und reicht auf den Meter.